Zahlreiche Hürden hat der Bauherr auf dem Weg zum eigenen Heim zu nehmen, von Anfang an sind Entscheidungen gefragt. Eine ganz grundsätzliche ist die Wahl des richtigen Partners am Bau.

„Planung und Ausführung in einer Hand“: Was in der Werbung von Unternehmen scheinbar so vernünftig und wirtschaftlich klingt, kann in der Praxis häufig genau zum Gegenteil führen. Denn es fehlt in der Regel eine kompetente Kontrollinstanz, die die Planung und Bauausführung im Interesse des Bauherrn prüft und überwacht. Der Bauherr als Laie ohne einen freien Architekten als Sachwalter an seiner Seite muss hierbei darauf vertrauen, dass der gewerblich tätige Bauträger eigene kaufmännische Interessen bei Planungsdetails und Materialauswahl sorgfältig gegen die allgemein anerkannhten Regeln der Technik abwägt.

Der Freie Architekt entwirft, plant und überwacht den Bau immer als „rechte Hand“ des Bauherrn, als dessen Interessenvertreter gegenüber Behörden, Nachbarn und Handwerkern. Durch das direkte Vertragsverhältnis zwischen Bauherr und Architekt wird dieser unabhängig, „frei“ im wahren Sinn des Wortes gegenüber anderen Zwängen, die vielleicht im Gegensatz zum Wohle des Bauherrn stehen.

Dies beginnt beim Entwurf, der nicht fertigen Häusertypen von der Stange entspricht, sondern den Besonderheiten des Grundstücks und den individuellen Umständen und Wünschen des Bauherrn. Der Architekt entwickelt verschiedene Entwurfsvarianten und erläutert diese ausführlich und unabhängig mit deren jeweiligen Vor- und Nachteilen. Der Architekt berät dabei den Bauherrn mit seinem ganzen durch Ausbildung und Berufserfahrung erworbenen Fachwissen in dessen Interesse.

Der Architekt bringt die gemeinsam erarbeiteten Vorgaben in optimalen Einklang mit den baurechtlichen Vorschriften und den Gegebenheiten des Grundstücks. Dann ist der Hauseingang an der richtigen Stelle, die wichtigen Räume liegen zur Sonnenseite und die Fenster geben die schönsten Ausblicke frei. Das Haus entspricht nicht einem Standardtyp, der nur durch den Austausch verschiedener Gestaltungselemente aus dem Katalog pseudo-individualisiert wurde.

Wohnen heißt seiner ursprünglichen Wortbedeutung nach „zufrieden sein“ - und zwar an einem Ort, an dem man sich gerne aufhält und in der Regel ein Leben lang bleibt. Wohnen ist für den Menschen eine Form des Daseins und das Bauen eines Hauses damit ein elementarer Lebensvorgang. Ein Haus ist nichts, was man fertig kauft!

Ein Haus muss sich aus den Vorstellungen und Wünschen des Bauherrn heraus entwickeln, man muss es sorgfältig planen und bauen. Wenn man darin lebt, wird sich ein Haus verändern, es muss sich verändern können. Ein gutes Haus zwingt seinen Bewohnern keine Lebensgewohnheiten auf, sondern es gibt den Bedürfnissen und der Anzahl seiner wechselnden Bewohner Raum. Es passt sich an, ohne seinen Charakter zu verlieren. Durch Ausbau- und Umbaumöglichkeiten, durch intelligente Technik, durch intelligente Grundrisse. Das alles will vorher bedacht sein.

Diese hochwertige Art des Bauens muss nicht mehr kosten. Niedrige Baupreise erzielt der Architekt durch ein breit gestreutes Ausschreibungsverfahren. Er verfasst Leistungsverzeichnisse für jedes Gewerk und verschickt sie an die Handwerker. Durch die identische Grundlage lassen sich die Angebote gut vergleichen. Gemeinsam mit dem Architekten wählt der Bauherr die günstigsten Firmen aus. Indem ein echter Wettbewerb am Markt stattfindet, minimieren sich die Baukosten. Dadurch spart der Architekt etwa in der gleichen Höhe Baukosten ein, wie er sie als gesetzlich geregeltes Honorar für seine Leistungen erhält.

Darüber hinaus kann der Bauherr viele Entscheidungen erst im Laufe der Ausführungszeit treffen, wenn sich das Objekt für ihn mehr und mehr konkretisiert. Es entstehen keine zusätzlichen Kosten durch Veränderungen der Baubeschreibung oder nachträglicher Mehrpreise für abweichende Materialien.

Da der Architekt nicht darauf angewiesen ist, einen bestimmten Haustyp zu verkaufen, kann er dem Bauherrn von Anfang an kostengünstige Alternativen aufzeigen. Bereits bei der Wahl des Grundstücks achtet er zum Beispiel auf die Beschaffenheit des Untergrunds oder auch des Bebauungsplans. Denn hier können kostspielige Vorgaben lauern, die vom Laien nicht immer zu durchschauen sind. Auch gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten für die Gebäudeform und Dachkonstruktion, für den Aufbau von tragenden und nicht tragenden Innen- und Außenwänden, von Decken und Böden, von Brand- oder Schallschutz.

Im Interesse der Kostenoptimierung erläutert der Architekt die Vor- und Nachteile der jeweiligen Maßnahmen. Mit kreativen Vorschlägen zeigt er alternative Lösungen auf, wo sich ohne Qualitätseinbußen Geld sparen lässt. Dabei gilt sein Augenmerk nicht nur den reinen Baukosten. Vielmehr achtet der Architekt auch auf ökologisch sinnvolle, nachhaltige Konzepte, die langfristig niedrige Unterhaltskosten sichern. Auch eine gute Beratung hinsichtlich Gesundheits- und Umweltverträglichkeit der Materialien fehlt in keinem Gespräch mit einem Architekten.

Nach der ersten Entwurfsskizze legt der Architekt eine Kostenschätzung vor. Es bestehen jetzt noch und während des gesamten Planungsprozesses alle Möglichkeiten der Kostensteuerung. Sogar der umgekehrte Weg ist denkbar: Der Bauherr gibt sein Budget vor und dieses bestimmt den Planungsvorgang: „design to cost“. Nie steht jedoch ein Festpreis im Raum, der zwar trügerische Sicherheit vorgibt, aber künftig jede freie Entscheidung behindert. Änderungen nach dem Abschluss eines Generalunternehmer-Vertrages sind in aller Regel teurer, da hier die Möglichkeit besteht, das kaufmännische Ergebnis zu verbessern.

Bei der Bauausführung schließlich kontrolliert der Architekt alle Arbeiten und Termine. Er sorgt dafür, dass die Ausführung der vorgegebenen Planung und damit den allgemein anerkannten Regeln der Technik entspricht. Mängel oder unvollständige Ausführung werden frühzeitig erkannt und beseitigt. Liegen Planung und Ausführung in einer Hand, fehlt dem Bauherrn diese fachliche Kontrolle und verdeckte Mängel können nicht mehr beanstandet werden.

Jede einzelne Handwerker-Rechnung wird vom Architekten geprüft. Unberechtigte Forderungen werden zurückgewiesen. Der Bauherr bezahlt nur das, was tatsächlich eingebaut wurde. Die Kosten sind dadurch wesentlich genauer und transparenter als bei einem Festpreis, der satte unternehmerische Zuschläge für den Generalunternehmer enthält.

Die Verteilung der unterschiedlichen Aufgaben, Planen und Bauen, auf verschiedene Personen erscheint zwar zunächst etwas komplizierter, hat aber den Vorteil der unabhängigen Beratung und Kontrolle. Als Sachwalter des Bauherrn vertreten Architekten ausschließlich seine Interessen gegenüber Behörden, Firmen und Handwerkern.

Sollten Sie noch unschlüssig sein, an wen Sie sich am besten mit Ihrem Bauvorhaben wenden, stehen wir gerne zu einem unverbindlichen und kostenlosen Vorgespräch zur Verfügung.

 

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